Die Mächtigen sind in
Ruhe zu lassen sie besitzen die Macht. Die Ohnmächtigen
sind auch in Ruhe zu lassen sie besitzen einen Traum. Nichts
als diesen Traum.
«Meine Seele» wurde mir genommen. Ich sollte lernen
ohne nichts zu leben. Es ist so schwer, aussichtslos, es tut weh.
"Meine Seele" hat die Gefühle zurückgezogen, sterben
lassen. Warum habe ich das zugelassen, warum habe ich nicht gekämpft,
warum habe ich «Meine Seele» nicht mit meinen Gefühlen
überhäuft? Statt dessen sitze ich hier und schreie:
«Meine Seele ist weg! Ich habe nicht zugehört, habe
nicht einmal mir selbst, meinem Inneren zugehört ich
bin ohnmächtig!»
Lieber Peter,
durch meine Sturheit habe ich alles zerstört, habe sogar
meine eigenen Illusionen kaputt gemacht. Habe es sogar so weit
getrieben, dass ich körperlich wie seelisch krank geworden
bin, kann nicht mehr schlafen, wache schweissgebadet auf, kann
nicht mehr lachen, kann nicht mehr arbeiten, habe meine Orientierung
verloren habe mich in die Einsamkeit gestürzt. Schmerzen.
«Meine Seele», warum? Warum konnte ich mich nicht treiben
lassen? Meine Lügen sind unverzeihlich ich war zu
feige um sie mit Dir, meine Seele, gemeinsam aufzuarbeiten. Jetzt
sind meine Illusionen, unsere Träume, mein Leben untergetaucht,
entzogen, entrissen gestorben. Ich wünschte mir nichts
mehr als Geborgenheit, Ehrlichkeit, Verständnis. Daraus hätte
unser gemeinsames Leben entstehen sollen. In unserem Häuschen
wäre die absolute Gemeinsamkeit noch stärker geworden.
Die roten Rosen im Schlafzimmer hätten die Liebe gezeigt.
Es tut so weh, meine Seele, ich leide. Ich weiss, es ist zu spät.
Ich will aber nicht dass es so ist!!!!!!
Dein letzter Brief ist so schön, so hilfreich, vermittelt
so viel Geborgenheit, aber ich habe die Zeit nicht mehr genutzt.
Als ich spürte dass die Strömung Dich von mir wegtreibt,
habe ich mich in die Einsamkeit zurückgezogen. Jetzt bleibt
mir nur die Erinnerung an die letzten beiden Nächte die ich
mit meiner Seele verbringen durfte. Und jetzt weiss ich, dass
man kämpfen muss, dass man Gefühle zeigen muss. Jetzt
lerne ich so vieles, - aber leider erst jetzt. Ich wäre so
gerne glücklich. Ich will nicht mehr verletzen!
Zu spät!
Seit Stunden bin ich nun mit Dir im Gespräch. Ab und zu alleine
sein ist schön, aber nur wenn man weiss, dass zu Hause jemand
voller Vertrauen wartet. Ich habe dieses Vertrauen zerstört.
Ich weiss nun, dass man nichts von seinem Stolz verliert, wenn
man Gefühle zeigt. Im Gegenteil nur so kann der Partner
die Persönlichkeit belassen, nur so kann man sein wie man
ist mit Gefühl und Ehrlichkeit.
Mit meiner Seele zu sprechen hat mir gut getan und so weh.
Es war unser letztes Gespräch es war möglich,
weil Du mich gelehrt hast, meine Gefühle zu offenbaren. So
tief musste ich sinken, bis ich zu meinem wirklichen Inneren dringen
konnte. Ich lerne, ich versuche zu spüren, ich versuche Vertrauen
zu geben. Hilf mit, meine Seele!
Aber Du bist weggetrieben doch noch spüre ich Dich.
Die Wellen die Du erzeugt hast werden ewig um mich sein. Und ich
werde glücklich sein auf diese Art von Dir berührt zu
werden. Denn im Ozean der Gefühle geht nichts verloren. Auch
wenn ich verloren bin!
Seelenlos