LIEBESBRIEF – EIN BEISPIEL
«Wortlose Liebe»

Unsere Beispiele:
«Seelenlos» | «Wortlose Liebe» | «Entschuldigung»

 
Auch wenn die kleinen, stummen Zeichen, diese Geheimsprache zwischen zwei Liebenden Glücksgefühle aufkommen lässt – die Liebe hat Worte nötig, mehr denn je! Der Briefschreiber gesteht in seiner persönlichen Beschreibung:

...dass mir diese Worte fehlen, dass ich es nicht schaffe, über Gefühle zu reden. Zeichen ja – Worte nein! Karin vermisst dies und ich will mit einem Brief zeigen, dass meine «wortlose» Liebe tiefer, ehrlicher oder manchmal schmerzhafter sein könne, als jede «wortlastige» Liebe. Aber ich will lernen...

Mit der Zusatzinformation, dass die Beziehung vor 2 Jahren begann, dass Karin eben offiziell keinen Kosenamen habe (im Stillen nenne ich Sie Sternchen, weil Sie beim Kennenlernen am Sternenhimmel vieles lesen konnte) und dass ihr grösster Wunsch ein gemeinsamer Urlaub in einer einsamen Berghütte sei, dass Handball und Tauben züchten seine Hobbys seien, schrieb "liebesbrief" die folgenden zärtlichen Worte:

Karin!
da sitze ich und schreibe, statt mit Dir zu reden, wie Du es so gerne hättest. Ein Liebesbrief – der Versuch einer Erklärung der mit «Karin» beginnt, statt mit einem Kosenamen. Dabei, ich gestehe es, nenne ich Dich heimlich Sternchen, seit Du in jener ersten Nacht am Himmel nach Zeichen und Zeichnungen suchtest und ich voller Bewunderung für Deine grenzenlose Phantasie war – und nicht nur das, natürlich nicht! Vieles, so unendlich vieles habe ich von Dir lernen können: Zärtlichkeit, Energie, Lebenslust, Hingabe, Geduld, Lachen, – nur eines nicht. Über meine, unsere Liebe zu REDEN!

Wie oft habe ich auf dem Weg zu Dir Worte zurecht gelegt, geübt, laut am Steuer mit Dir gesprochen – nach dem ersten Kuss war alles weg! Und wie oft habe ich mich später verflucht, wenn ich wieder nur vom Geschäft, vom Handball oder meinen Tauben gesprochen habe.

Ich liebe Dich, Sternchen... schreiben ist einfacher. Noch immer pocht das Blut, wenn ich Dich sehe, schlägt das Herz schneller, zittern meine Knie. Der Sternenhimmel dieser Nacht, lasst mich viele zärtliche Worte sagen (nein, schreiben) und ich sehe den Polarstern, den Stern aller Sterne. Du bist mein Polarstern, weil ich mich ohne Dich in dieser Welt verliere, ohne Ziel, ohne Sicherheit. Aber dort draussen herrscht Ruhe. Sterne haben keine Sprache, sie sind Verbündete. Doch mein Sternchen liebt die Sprache auch wenn Millionen Sterne schweigen. Und für mein Sternchen will ich alles tun.

Mein Polarstern, geliebtes Sternchen, bitte hilf mir diese Stille zu durchbrechen, damit ich Dir morgen in Deine wunderschönen Augen sehen kann und dabei die drei magischen Worte finde: ich liebe Dich (lauter!).

Vielleicht können wir den ersten Lehrgang in einer verschneiten Berghütte abhalten? Ich denke, dass sich vor einem offenen Feuer nicht nur Herzen sondern auch Lippen öffnen können...

Ich liebe Dich!


(Natürlich wurden Umstände und Namen ersetzt. Diskretion geht «liebesbrief» über alles)