Zwischen uns ist etwas geschehen, das ich nicht kleinreden möchte. Worte haben sich verselbständigt, Blicke sind härter geworden, als sie es je sein sollten. Und doch war es nicht der Streit selbst, der mich erschüttert hat – es war der Gedanke, Dich für einen Moment aus meinem inneren Gleichgewicht verloren zu haben.
In der Stille danach habe ich verstanden, wie schnell man im Wunsch, gehört zu werden, vergisst zuzuhören. Ich wollte mich erklären und habe dabei überhört, was Dich wirklich bewegte. Dafür trage ich Verantwortung. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil mir unsere Verbindung mehr bedeutet als mein Bedürfnis, im Recht zu sein.
Es schmerzt mich, dass ich Dich verletzt habe. Nicht, weil ich Fehlerlosigkeit anstrebe, sondern weil ich weiß, wie behutsam Du mit meinen Schwächen umgehst. Du verdienst dieselbe Achtsamkeit. Vielleicht ist genau das der Kern dessen, was wir lernen müssen: dass Liebe nicht im fehlerfreien Miteinander besteht, sondern im Mut, sich nach einem Fehltritt wieder zuzuwenden.
Ich wünsche mir keine Versöhnung, die nur die Oberfläche glättet. Ich wünsche mir ein echtes Verstehen. Ein Gespräch, in dem wir nicht gegeneinander argumentieren, sondern füreinander sprechen. Lass uns die Verletzung nicht verdrängen, sondern sie als Erinnerung daran bewahren, wie wertvoll uns das Gemeinsame ist.
Was wir teilen, ist nicht zerbrechlich, aber es ist lebendig. Und alles Lebendige braucht Pflege. Ich bin bereit, meinen Teil dazu beizutragen – mit Geduld, mit Offenheit, mit der Bereitschaft, meine eigenen Schatten zu erkennen.
Wenn Du meine Hand nimmst, dann nicht, um zu vergessen, sondern um bewusst weiterzugehen. Ich liebe Dich nicht, weil es immer leicht ist. Ich liebe Dich, weil selbst im Riss das Verlangen bleibt, Dich wieder nah bei mir zu wissen. Und diese Sehnsucht ist stärker als jeder Streit.