Ein eklatanter Fehler

Liebesbrief zur Versöhnung

Mein unglücklicher Ehemann, du leidest Not, weil ich von Sinnen war. Du hast deine Sachen gepackt und die Tür von außen zugeknallt. Gibt es eine Entschuldigung für meinen Fauxpas? Und wie konnte ich so gedankenlos unsere Ehe aufs Spiel setzen?

Du wolltest nicht mit auf die Einweihungsparty zu unserem neuen Nachbarn, fühltest dich müde von der Arbeit. Und der frisch Zugezogene im Dorf war dir suspekt. Hätte ich bloß auf dein Bauchgefühl geachtet. Ich sprang also allein in das Partygetümmel, nahm ausgelassen verschiedene alkoholische Getränke zu mir, tanzte und lachte. Und schließlich war ich der letzte Gast.

Den Rest weißt du. Hast uns ertappt. Als wenn ein Gefühl dir sagte, du musst nach dem Rechten gucken. Diese Sensibilität, die ich an dir liebe, ließ deine heile Welt zusammenstürzen. Und meine. Doch ich dummes Ding habe den Schlamassel verursacht. Verzeih, dass ich dein Vertrauen missbraucht habe. Das hast du nicht verdient, der stets liebevoll, loyal und geduldig zu mir hielt. Ja, ich lass es gern mal krachen, aber bisher kannte ich meine Grenzen. Es wird dich nicht trösten, wenn ich dir versichere, dass es mit dem neuen Nachbarn nicht zum Äußeren gekommen ist. Denn wir wissen beide: Ohne dich wäre genau das passiert.

Mein Verhalten war wahrlich keine Glanzleistung und ich schäme mich zutiefst. Ich liebe dich. Und es schmerzt mich, dich verletzt zu haben.

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