Herz, mein Herz, was soll das geben?

Was bedränget dich so sehr?

Welch ein fremdes, neues Leben!

Ich erkenne dich nicht mehr.

Weg ist alles, was du liebtest,

Weg, warum du dich betrübtest,

Weg dein Fleiß und deine Ruh’-

 

Fesselt dich die Jugendblüte,

Diese liebliche Gestalt,

Dieser Blick voll Treu’ und Güte

Mit unendlicher Gewalt?

Will ich rasch mich ihr entziehen,

Führet mich im Augenblick

Ach, mein Weg zu ihr zurÜck!

 

Und an diesem Zauberfädchen,

Das sich nicht zerreißen lässt,

Hält das liebe lose Mädchen

Mich so wider Willen fest;

Muss in ihrem Zauberkreise

Leben nun auf ihre Weise.

Die Veränderung, ach, wie groß!

Liebe! Liebe! Lass mich los!

 

Johann Wolfgang von Goethe

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