Ich merke, dass es mir nicht leicht fällt, diesen Brief an dich zu richten. Ich weiß auch, dass du sicherlich viel Mühe haben wirst, diesen Brief an dich zu lesen. Was wir durchgemacht haben, war keine einfache Zeit. Keiner von uns beiden war ganz ehrlich. Das gebe ich unumwunden zu. Aus meiner Sicht ist es einfach aus dem Ruder gelaufen. Auf keinen Fall wollte ich eines: dich verletzt sehen. Niemals. Das musst du mir glauben. Das versichere ich dir. Es fällt mir schwer, über das Geschehene nachzudenken. Ungeschehen machen würde ich es gerne. Ich kann es aber nicht. Du kannst es nicht. Niemand kann es. Wir müssen und können und dürfen nun einen Weg finden. Mit all dem, was passiert ist, umzugehen. Und dazu brauchen wir bestimmt eines am allerdringendsten: Zeit! Zeit, die ist ein sonderbar Ding’ das schrieb schon von Hofmannsthal. Aber da will ich nun nicht poetisch werden. Es ist einfach so, dass es zwischen uns schon Spannungen gab. Diese können und sollen wir aufarbeiten. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das können. Vielleicht nicht jetzt. Aber später. Später, wenn alle Zeichen darauf stehen, wieder aufeinander zuzugehen. Aber jetzt, für jetzt habe ich für mich beschlossen, Abstand zu nehmen. Von unserer Beziehung. Ich möchte das. Ich brauche Zeit. Bitte versteh’! Ich will loslassen, um mich zu finden. Um schlussendlich UNS wiederzufinden.

In Liebe und Treue

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