Meine liebe Dalia,

Ich vermisse dich, mein Schatz, wie immer wenn ich an dich denke, doch heute habe ich das Gefühl, ist es schlimmer als sonst. Ich höre unser Lied, weil ich mich nach den Bildern sehne, die sich unwiderruflich vor meinem inneren Auge abspielen, wenn ich den Klängen unseres ersten Zusammentreffens lausche.
Ich erkenne dich deutlich vor mir, wie du mich von dem Tisch deiner Eltern aus über die Speisekarte hinweg anlächelst. In deinem blumenfarbigen Sommerkleid und im dämmernden Licht des Kerzenscheins vor dir sahst du so unwirklich aus, wie ein bunter Farbklecks auf einer grauen Betonmauer. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Farben an einem Mädchen gesehen, wie an dir. Du bist mir sofort aufgefallen… und dir ist aufgefallen, dass du mir aufgefallen bist. In diesem Augenblick wusste ich noch nicht, dass ich mich ewig an diesen Moment zurück erinnern werde, auch wenn diese Erinnerung, so schön sie auch ist, tiefe Kerben in mein Herz reißt. Ich kann rational zwar akzeptieren, dass du nicht mehr bei mir bist und dein jetziger Ort nicht der meinige ist, doch emotional habe ich diesen inneren Frieden noch längst nicht gefunden. Ich krame in Erinnerungen, rufe deinen Namen und beschwöre dein Bild herauf, wenn ich dich am meisten brauche. In den ersten Wochen nach deinem unverhofften Tod, habe ich stundenlang unter Tränen deine Mailbox abgehört, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, keinen Zugang mehr zu der Frau zu haben, die ich vom Herzen liebe und für deren Liebe ich gelebt habe. Ich weiß, dass dich diese Zeilen niemals erreichen werden und doch wahre ich die Hoffnung, dass ich hier und jetzt einen winzigen Teil meiner schweren Last ablegen kann. Ich möchte dich zu mir zurückholen, doch es ist sinnlos, denn mein Weg führt weiter an der Stelle, an der deiner ein schmerzliches Ende nahm. Noch heute suche ich dein Gesicht in der Menge, doch es ist zwecklos, denn dies ist eine endlose Suche, die zum Scheitern verurteilt ist. Ich vermisse dich, mein Schatz, wie immer….

Andreas

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