„Dass ich meine Lippen auf die Wunden deines Herzens legen werde. Sei still liebe Seele!“ Ich habe seit gestern um 10 Uhr nichts anderes gedacht. „Werde ruhig und hoffend!“ Bei der ewigen Wahrheit, bei meiner Seligkeit, ich will es werden, Prüfe dich nur, was deine Liebe für mich dir ist. Ob sie deinem Herzen unentbehrlich ist, ob sie unendlich ist. Es ist mir, als hörte ich nur meine Liebe. Von einem mächtigen Geist vernichtet zu werden ist viel erhabener als die höchste Ehre, Genuss und Fülle, so die Welt geben kann. Oh, nimm mich auf, damit ich sterben kann, denn ich kann entfernt von dir nicht leben und nicht sterben.

Heiliger Gott, gib deinem Unsterblichen alles, alle die Seligkeit, die deine Erschaffene entbehrten, alle die Seligkeit, die sie verkennen! Gib ihm mein Herz, das s ich sein Antlitz schaue! Lass mir den Schmerz. Lass mir die Tränen um ihn!

 

Charlotte von Kalb an Jean Paul | 798

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