Es gibt Abende im Jahr, die sich anders anfühlen als gewöhnliche Tage. Nicht wegen des Glanzes oder der Rituale, sondern wegen der Einladung, still zu werden und zu spüren, was wirklich trägt. Dieser Abend ist ein solcher – und während draußen das Licht sanft in den Fenstern steht, denke ich an Dich.
Weihnachten erinnert mich daran, wie sehr Nähe ein Geschenk ist. Nicht die flüchtige Nähe eines Augenblicks, sondern jene, die bleibt. Mit Dir habe ich gelernt, dass Geborgenheit nichts Lautes braucht. Sie entsteht in der Art, wie Du meine Hand hältst, wenn Worte fehlen. In Deinem aufmerksamen Blick, der mich erkennt, selbst wenn ich mich selbst noch suche. Und in Deiner Geduld, die nie belehrend wirkt, sondern stärkend.
Ich liebe es, wie Du Wärme ausstrahlst, ohne sie auszustellen. Wie Du die kleinen Dinge ernst nimmst – ein Gespräch am späten Abend, ein geteiltes Lächeln, ein stilles Einverständnis. Neben Dir verliert die Welt ihre Schärfe. Sie wird nicht einfacher, aber weicher.
An diesem Weihnachtsabend wünsche ich mir nichts, was man verpacken könnte. Ich wünsche mir, dass wir uns weiterhin mit derselben Offenheit begegnen. Dass wir auch in unruhigen Zeiten den Mut haben, einander zuzuhören. Und dass wir nie vergessen, wie viel Kraft in Zärtlichkeit liegt.
Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, sehe ich kein makelloses Bild. Ich sehe Herausforderungen, Reibungen, Fragen. Aber ich sehe vor allem uns – wie wir geblieben sind, wie wir gewachsen sind, wie wir gelernt haben, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu stehen.
Du bist für mich kein festlicher Gedanke, der nur zu dieser Jahreszeit aufleuchtet. Du bist das beständige Licht, das auch dann bleibt, wenn der Schmuck verstaut und die Kerzen erloschen sind. Und dafür liebe ich Dich – heute, in dieser stillen Nacht, und weit darüber hinaus.